Gründung des Anglervereins

 

 

Die Gründungsversammlung der Angelsektion Werder/Havel findet am 28.12.1948 unter Vorsitz des 1. Vorsitzenden des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) Ortsvorstand Werder/Havel Herrn Herbert Krispin statt. Insgesamt finden sich 28 interessierte Angler, um eine Angelsparte innerhalb der Sportgemeinschaft „Vorwärts“ Werder/Havel zu gründen und den 1. Vorstand zu wählen.

Sportfreund Karl Küster wird einstimmig zum 1. Vorsitzenden der Sparte gewählt. 

  

Der gesamte Vorstand setzt sich zusammen aus den Sportfreunden: 

  

  • Fritz Menz
  • Willi Boras
  • Wilhelm Görlitz
  • Curt Olscheowski
  • Albert Mohr
  • Herbert Krispin 

 

Vereinsgeschichte 1950 bis 1970

Von Anfang an werden Angelwettbewerbe zur gemeinsamen sportlichen Betätigung und Festigung des Vereinslebens organisiert. Die Anglersektion findet in der Stadt Werder/Havel starken Zuspruch, so dass sich immer mehr interessierte Angler der Sparte anschließen. 

Für die Ausübung des Angelsportes ist neben dem Erlaubnisschein zum Fischfang (Angelkarte) auch der Fischereischein erforderlich. Die Angelsektion unter Vorsitz des Sportfreundes Karl Küster besteht 1951 aus über 200 Sportanglern. 

Im April 1951 wird vom Kommunalwirtschaftsunternehmen der Stadt Werder/Havel der nicht bebaute Teil des eingezäunten Grundstücks Adolf-Damschke-Str.1 gepachtet. Von den Sportanglern wird in Eigenleistung das Gelände hergerichtet, neu eingefriedet und die Uferbefestigung gebaut, wie auch gemeinsam mit dem Landesverband die Gaststätte „Anglerheim“ fertig gestellt. 

  

Am 13. Mai 1954 wird der Deutsche Anglerverband (DAV) auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) als eigenständige Sportorganisation gegründet und steht in der Tradition des 1921 gegründeten Arbeiter-Angler-Bund Deutschlands. Aus der Sektion der Angler Werder/Havel wird die Ortsgruppe Werder/Havel des DAV. Die Pachtverträge bleiben davon unberührt. 

 

Am 19.01.1956 werden auf Grund des Ratsbeschusses 288/55 des Rates der Stadt Werder/Havel die Gebäude auf dem Vereinsgelände in die Rechtsträgerschaft des DAV, Zentralleitung der Bezirke Potsdam-Frankfurt/Oder-Cottbus überführt.

 

In den fünfziger und sechziger Jahren ist das Angelheim der Mittelpunkt des kulturellen und sportlichen Vereinslebens. Jährliche Volksangeltage, vormittags Volkspreisangeln und ab nachmittags Sommerfest, fanden regen Zuspruch, verbrauchten aber auch finanzielle Mittel. Am 11.07.1965 fand der vorerst letzte Volksangeltag statt.

 

Die Mitgliederzahlen schwanken in den fünfziger und sechziger Jahren geringfügig. Durchschnittlich hat die Ortsgruppe etwas über 200 Mitglieder, der Höhepunkt wird im Jahre 1966 mit 309 Mitgliedern erreicht. 

Die monatlichen Mitgliederversammlungen und die sportlichen Angelwettbewerbe finden ein reges Interesse. Die Vorträge von Sportfreund Paul Müller, dem langjährigen 2. Vorsitzenden, tragen zur Bereicherung des Wissens über die Natur, den Landschaftsschutz und das sportliche Angeln bei.

  

Im Jahre 1968, dem 20igsten Jahr des Bestehens der Ortsgruppe, werden in einer Feierstunde im Anglerheim vom 1. Vorsitzenden Sportfreund Paul Freitag die verbliebenen Gründungsmitglieder der Ortsgruppe mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. In seiner Festrede zeichnet Sportfreund Paul Freitag den erfolgreichen Weg der Ortsgruppe mit Stolz auf, vieles konnte in den 20 Jahren geschaffen werden.  

 

1968/69 beträgt die Mitgliedsstärke 235. Sportfreund Fritz Menz wird 1968 und Sportfreund Wolfgang Schröter wird 1969 Jahresmeister im Friedfischangeln. 

Das Anglerheim bleibt finanzielles Sorgenkind der Ortsgruppe. Die eingenommene Pacht deckt nicht die Kosten zur Instandhaltung.

 

 

 

Vereinsgeschichte 1970 bis 1990

In den 70/80-iger Jahren bestimmt die Führung des sozialistischen Wettbewerbs wesentlich die spezifische Arbeit und das Ortsgruppenleben. 

Innerhalb des Kreisausschusses des DAV (KFA) werden durch die Wettbewerbskommission die Ergebnisse und Leistungen der Vereine bewertet und jährlich eine Platzierung vorgenommen. Die besten Vereine werden prämiert, auch die Anzahl der Angelkarten war mit vom Wettbewerbsplatz abhängig. 

Die Ortsgruppe Werder/Havel belegt zum Beispiel 1975 den 26. Platz von 43 Orts- und Betriebsgruppen. Für vordere Plätze im Wettbewerb fehlen unserer Gruppe Punkte, u. a. in der sportlichen Arbeit, wie die Teilnahme an den Kreis- und Bezirksmeisterschaften im sportlichen Angeln oder die Ablegung des Sportabzeichens.

 

Durch die guten Leistungen der Jugendgruppe unter Leitung vom Spfr. Gerhard Kirchert und die vorbildliche Finanzwirtschaft des Hauptkassierers Spfr. Detlef Ehrlich gelingt es in diesen Jahren trotzdem immer im Mittelfeld der Wettbewerbsauswertung zu verbleiben. Dies ist vor allem für den Erhalt von Angelberechtigungen für Produktionsgewässer notwendig. Die Ausgabe von derartigen Angelkarten wird immer weiter beschränkt, so dass zahlreiche Angler keine Angelberechtigung erwerben können oder nur zugewiesene Teilstrecken erhalten. Eine Raubfischkarte für Produktionsgewässer kann meist nur an 10% der Angler vergeben werden. 

1975 erhält unsere Ortsgruppe für 210 Mitglieder 

  • 130 Vollzahlerkarten 
  • 35 Halbzahlerkarten 
  • 15 Raufischkarten, davon 8 Havel-, 4 Glindower See- und 
  • 3 Zernseekarten 
  • 11 Turnierkarten 

Es werden drei bis vier Angelwettbewerbe im Friedfischangeln um die Ortsgruppenmeisterschaft durchgeführt, zu jedem wird ein Wettkampfgericht aufgestellt. Die Beteiligung bei den einzelnen Wettkämpfen schwankt zwischen 30 und 50 Teilnehmern. Die besten fünf Sportfreunde nehmen an der Vorrunde zur Kreismeisterschaft teil. 

  

Zwei Ortsgruppenmeister der 70/80-iger Jahre, die mehrmals den Titel erringen waren: 

  • Sportfreund Wolfgang Schröter 1970, 1974 
  • Sportfreund Gerhard Kirchert 1972, 1980 

 

Nachdem das Anglerheim 1972 durch den Rechtsträgerwechsel an die Konsumgenossenschaft nicht mehr von der Ortsgruppe unterhalten werden muss, verbessert sich auch die finanzielle Situation. Zahlreiche Anschaffungen und werterhaltende Maßnahmen können durchgeführt werden. 

 

Am 05.August 1989 wird erstmals wieder nach 24 Jahren ein öffentliches Anglerfest auf dem Vereinsgelände organisiert. Einbezogen ist die Gaststätte Anglerheim, die von Familie Garbrecht bewirtschaftet wird. Während sich vormittags die Kinder bei Sport und Spiel vergnügen, haben nachmittags und abends unsere Sportfreunde und die Gäste zahlreiche Betätigungsmöglichkeiten. Auch das Tanzbein wird geschwungen. Die rege Beteiligung und die gute Resonanz veranlassen den Vorstand, wieder jährlich ein Anglervergnügen durchzuführen – was bis heute erhalten geblieben ist.

 

Vereinsgeschichte 1990 bis 2010

Die politische Wende in der DDR und die Wiedervereinigung 1990 stellen die Existenz der Ortsgruppe mehrmals in Frage, eröffnen aber auch völlig neue Möglichkeiten für die Vereinsarbeit. Über 50 Sportfreunde erklären 1990/91 ihren Austritt. Zudem wird das Vereinsgelände von einer Immobiliengesellschaft aufgekauft. Nur dem engagierten Wirken und dem vereinten Auftreten des geschäftsführenden Vorstandes von 1990 ist es zu verdanken, dass die Ortsgruppe weiter besteht. Der Vorstand bereitet die Umbenennung, Anmeldung als gemeinnütziger Sportverein und eine Vereinssatzung vor. 

Durch die gute Zusammenarbeit mit dem Gaststättenehepaar Roswitha und Bernd Garbrecht wird auch das 2. Anglerfest 1990 ein voller Erfolg. Zahlreiche Gäste aus bereits aufgelösten Betriebsgruppen und auch aus Berlin (West) zeigen Interesse an unserem Verein, so dass durch Neuaufnahmen die Mitgliederzahl konstant blieb.

Ein schwerer Schlag für das Gaststättenehepaar und auch für unsere Ortsgruppe ist die Zerstörung des Anglerheims durch Brandstiftung am 10.01.91. Der Brandschaden ist so groß, dass ein Wiederaufbau nicht möglich ist. Auch das für den Sommer geplante Anglerfest muss ausfallen. Das Vereinsgelände ist durch den Brand ohne Strom und Wasser. Ein vom Verein gekaufter Toilettenwagen kann dadurch nicht genutzt werden. Die Energieversorgung wird in Eigenleistung wiederhergestellt, die Wasserversorgung kann nur über das angrenzende Grundstück von Familie Dittmar gesichert werden. Dank ihrer Hilfe wird die Wasserversorgung für die nächsten 12 Jahre, bis zur Beendigung des Pachtverhältnisses, sichergestellt. 

Die Sportfreunde der Ortsgruppe lassen sich nicht entmutigen und leisten in diesem und dem nächsten Jahr zahlreich Eigenleistungen und Arbeitsstunden. So wird ein Bungalow errichtet, die Steganlage mit Pontons gebaut und die Uferbefestigung erneuert. 

 

Auf der Jahreshaupt- und Wahlversammlung am 30.11.1991 wird die Umbenennung in Ortsanglerverein Werder (Havel) e.V. und die Vereinssatzung einstimmig beschlossen. Unter der Vereinsregisternummer VR 914 ist der Verein beim Kreisgericht Potsdam im Vereinsregister eingetragen. Entsprechend der Vereinssatzung wird auch ein neuer Vorstand gewählt. Bis dato gab es den geschäftsführenden Vorstand, bestehend aus dem 1.Vorsitzenden, dem Kassierer und dem Schriftführer sowie dem erweiterten Vorstand mit dem 2.Vorsitzendem, den Sportwart- und Geländewarten und dem Jugendwart. Zeitweise waren somit 15 Sportfreunde im erweiterten Vorstand tätig. Ab 1991 besteht der Vorstand lediglich aus dem 1. und 2. Vorsitzenden, Kassierer und dem 1. und 2. Sport- und Geländewart.

 

Der Vorstand des OAV Werder (Havel) e.V. stellt sich von Anfang an das Ziel, allen interessierten Anglern, ob Rentner, Jugendlicher oder Schüler, das Vereinsleben zu garantieren und das sportliche Angeln zu ermöglichen. Es werden für die Aufnahme in unseren Verein keine finanziellen Bedingungen gestellt. Dies hat bis zum Jahre 2004 Bestand. Innerhalb der nächsten Jahre ist wieder ein reger Zuspruch an Mitgliedern zu verzeichnen, der 2001 seinen Höhepunkt in einer Mitgliederanzahl von 173 findet. Das Vereinsleben ist vielfältig, Mitgliederversammlungen mit interessanten Themen, Hegeangeln, Skatturnieren, organisierte Fahrten zum Meeresangeln, Eisbeinessen, Anglerfesten u.v.m. Natürlich wirkt sich das Fehlen der Gaststätte Anglerheim negativ auf einige Veranstaltungen aus. Die Versammlungen werden entweder im zu kleinen Vorstandsraum oder im Freien durchgeführt, die Jahreshauptversammlungen im Sportcasino. Wenn trotzdem eine rege Beteiligung zu verzeichnen ist, so auch durch den persönlichen Einsatz einiger Sportfreunde, wie Waldemar Dyhr für die Getränkeversorgung, Ilse und Horst Wistuba für die Versorgung zu den Anglerfesten, Jürgen Schemat und Sigurd Stubbe mit ihrer Diskothek und auch der 1. Vorsitzende Wolfgang Hinze mit seinen Kochkünsten an der Feldküche.

 

Der OAV nutzt jede Gelegenheit sich in unserer Heimatstadt zu präsentieren, Teilnahme an den Festumzügen zur Baumblüte mit geschmückten Fahrzeugen, Mitwirkung am Stadtsportfest, Aufrufe zur Ufer- und Gewässerreinigung sowie Bekanntmachungen im Schaukasten und den Medien. Im Jahr 2000 wird beim Baumblütenumzug durch den OAV erstmals selbst hergestellter Obstwein mit dem Namen „Fischblut“ ausgeschenkt, von da ab wird dies zur jährlichen Tradition.

 

In den Jahren 1992 bis 1999 gibt es Anstrengungen und Verhandlungen des Vorstandes mit dem neuen Grundstückseigentümer zum weiteren und sicheren Verbleib des OAV auf dem Anglergelände. Es sollte ein Neubau und eine Steganlage errichtet werden, die sich optisch in die geplante neue Wohnsiedlung einpasst. Die Vorstellungen des Vorstandes und des Grundstückseigentümers kommen zu keiner Einigung, so dass der Vorstand sich auch auf das neu entstehende Sportzentrum des Stadtsportbundes konzentriert.

Im Jahre 1998 wird das 50-jährige Bestehen unseres Anglervereins mit einem großen Sommerfest auf dem alten Anglergelände gefeiert. Zahlreiche Ehrengäste nehmen an diesem Festakt teil, so u.a. der Bürgermeister der Stadt Werder (Havel), Werner Große und der Vorsitzende des Stadtsportbundes, Klaus-Dieter Bartsch. Auch die Baumblütenkönigin Katja Großmann wird als Ehrengast begrüßt. Allen Gästen und Vereinsmitgliedern wird eine Festschrift überreicht. Auch der Generalanzeiger berichtet auf seiner Titelseite über dieses Jubiläum.

 

Zu diesem Zeitpunkt ist bereits absehbar, dass der Verein keine Zukunft auf dem alten Anglergelände haben wird. Auch die mögliche finanzielle Belastung spielte in den Überlegungen eine Rolle, wollte der Verein weiterhin für jedermann offen und erschwinglich bleiben.

In den folgenden Jahren sollen so auf dem neuen Vereinsgelände des Stadtsportbundes die baulichen Voraussetzungen für ein Vereinsleben geschaffen werden. 

 

Zunächst muss das baufällige Gebäude auf dem neuen Anglergelände abgerissen und entsorgt werden, zahlreiche überalterte Bäume gefällt und Strauchwerk und Unrat beseitigt werden. Ohne die Firma IKW unseres Sportfreundes Roland Stengel wäre das nicht zu schaffen gewesen.

 

Der Bauantrag für das Funktionsgebäude mit Versammlungsraum, Schrankraum und Lagerraum wird am 12.03.2002 gestellt, das Richtfest war am 20.09.2002 und die Fertigstellung am 28.10.2002. Der vom Vorstand eingesetzte Bauleiter Spfr. Rudi Schmoldt leistet eine hervorragende Arbeit.

 

Entwurfsverfasser, Bauantragstellung, Baubegleitung und Bauabnahme für alle Baumaßnahmen erfolgen durch den Architekten Dipl.-Ing. Holger Schnörpel, dessen Sohn in der Kinder- und Jugendgruppe des Vereins war. Neben dem Architekten verzichten auch einige Gewerke auf die Kostenerstattung oder Arbeitslöhne, so dass mit Hilfe von Spenden, Umlagen und Zuschüssen diese Investitionssumme aufgebracht werden kann. Auch die weitsichtige und kluge Finanzpolitik des Kassierers Detlef Ehrlich hat maßgeblichen Anteil daran. Die Bereitschaft der Mitglieder des OAV hier etwas Bleibendes und Schönes zu schaffen, spiegelt sich in den zahlreichen Arbeitsstunden auf dem Gelände wider. Allein im Jahre 2003 werden 1.800 Arbeitsstunden im Verein erbracht.

 

Zum 30.09.2003 wird durch den Vorstand des OAV das Pachtverhältnis für das alte Anglergelände in der Adolf-Damaschke-Str.1 bei der Stern Immobilien GmbH gekündigt. Am 30.12.2003 wird der Mietvertrag für das neue Vereinsgelände in der Größe von 2018 qm in der Adolf-Damasche-Str.35-37 mit dem Stadtsportbund, vertreten durch den 1. Vorsitzenden Klaus-Dieter Bartsch und dem Ortsanglerverein Werder (Havel) e.V., vertreten durch den 1.Vorsitzenden Wolfgang Hinze, unterzeichnet.

 

In den folgenden Jahren werden noch weitere Baumaßnahmen und Aktivitäten realisiert, 2004 ein Geräteschuppen, ein Bootsreparaturplatz, ein Doppelcarport, und eine Zeltaufstellfläche. Innerhalb von nur vier Jahren wird so das neue Vereinsgelände hergerichtet, ein Funktionsgebäude, Carport und Steganlage gebaut.

 

Mit dem Jahr 2003 beginnt auf dem neuen Vereinsgelände auch ein neues Vereinsleben. Zwar werden alle bisherigen Veranstaltungen wie bisher weitergeführt, aber unter besseren Bedingungen. So können mehr Kahnstände zur Verfügung gestellt werden, die Veranstaltungen im Sommer sind durch die großen Zelte wetterunabhängig und besser besucht. Die jährlichen Eisbeinessen im September erreichen die Kapazitätsgrenze, eine Feldküche reicht nicht mehr aus. Auch die Arbeitseinsätze sind gut besucht, so dass in den folgenden Jahren noch einige Verschönerungen am Gelände vorgenommen werden können. Mit Stolz kann der 1. Vorsitzende Wolfgang Hinze auf der Jahreshauptversammlung 2003 darüber berichten. Seit 1991 ist der Vorstand unter seiner Leitung tätig und hat den Verein u.a. in das neue Jahrtausend sowie auf das neue Vereinsgelände geführt. Er bedankt sich mit einer Ehrenurkunde beim 2. Vorsitzenden Klaus Kuplin, dem 1. Sport- und Geländewart Rudi Ossa und dem 2. Sport- und Geländewart Gerhard Kirchert, die nicht mehr für den neuen Vorstand kandidieren. Die Sportfreunde Gerhard Kirchert und Rudi Ossa werden zu Ehrenmitgliedern ernannt, sie waren über 30 Jahre im Vorstand aktiv. 

Auch die Mitgliederentwicklung hat sich verbessert, sie ist von 115 (1990) auf 140 (2003) angestiegen und wird auch in den nächsten Jahren konstant bleiben.

2009 zur Jahreshaupt- und Wahlversammlung scheidet der Kassierer Detlef Ehrlich nach 43 Jahren aus dem Vorstand aus, bereits seit 2000 ist er Ehrenmitglied des OAV. Zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen würdigen sein Engagement für unseren Anglerverein. Er übergibt einen Verein mit einer soliden finanziellen Basis an seinen Nachfolger. 

In den folgenden Jahren werden durch den Vorstand weitere Neuanschaffungen und Verbesserungen am Vereinsgelände organisiert. 2010 werden zum Beispiel zwei überdachte Holzsitzgruppen erworben und in Ufernähe aufgestellt. 

 

Vereinsgeschichte 2010 bis 2023

Am Ende 2010 zählt der OAV insgesamt 121 Mitglieder – davon sieben Frauen, sieben Jugendliche und 6 Ehrenmitglieder. Die Teilnahme an den Jahreshauptversammlungen aber auch Monatsversammlungen ist weiterhin ungebrochen hoch. Dies zeigt das große Engagement wie auch Interesse der Sportfreunde. Gastvorträge durch ansässige Fischer, Vertreter der Wasserschutzpolizei aber auch Vorträge zu Themen wie Pilze oder Knotenkunde beleben das Themenfeld in den Versammlungen. 

Der Verein versteckt sich nicht auf dem eigenen Gelände, sondern präsentiert sich zum Beispiel durch eine kontinuierliche Teilnahme am Baumblütenfest, Durchführung von Umwelttagen der Öffentlichkeit oder führt traditionell ein Vergleichsangeln mit den Sportfreunden des Angelvereins Plessower See durch.

Das Vereinsgelände beansprucht weiterhin viel Eigenleistung, um es auch weiterhin in Ordnung zu halten. In 2010 muss die Oberfläche vom Schwimmsteg neu versiegelt werden, es wurden zwei neue Sitzflächen mit Überdachung durch die Sportfreunde Peter Herfurth, Lutz Herfurth, Max Herfurth, Peter Tappenbeck, Jörg Liese und die Vorstandsmitglieder aufgebaut sowie Tropfkanten am Vereinsgebäude fertig gestellt.

Auf der Jahreshauptversammlung wird Sportfreund Michael Rehfeldt für sein unermüdliches Engagement geehrt. Nach den Hegeangeln ist er oft die treibende Kraft, dass der gefangene Fisch verarbeitet wird. Im Jahr 2012 werden vor diesem Hintergrund 600 kg Fisch verarbeitet. 

Immer wieder stehen im Verein große Bauprojekte an, die durch die Vereinsmitglieder aber auch Sponsoren des Vereins nachhaltig unterstützt werden. So wird Ende 2011 und Anfang 2012 die Zuwegungen auf dem Vereinsgelände, Räucherplatz und Filetierplatz neu gepflastert. Die vielen Erd- und Pflasterarbeiten werden professionell ausgeführt, so dass sich der Verein lange Zeit keine Gedanken mehr über diese Wege machen muss. 

Ende 2011 startet die neue Internetpräsenz des Vereins unter www.ortsanglerverein-werder.com. Betreut werden die Internetseiten von Sportfreund Detlev Baars, der durch zeitnahe Aktualisierung der Informationen dafür Sorge trägt, dass Vereinsmitglieder wie auch andere interessierte Bürger*Innen sich stets ein Bild zum Vereinsgeschehen machen können. Über diese Seiten stellen sich Anfragen zum Angeln aber auch Fragen zur Vereins Mitgliedschaft in großer Vielzahl ein.

Erstmals 2012 nimmt der Verein an der Internationalen Grünen Woche in Berlin teil. Vertreter aus dem Vorstand, allen voran Sportfreund Wolfgang Hinze, betreuen für einen Tag den Werderaner Stand und geben einem breiten Publikum Einblick in das Werderaner Vereinsleben.

Zur Jahreshauptversammlung spricht der Ehrenvorsitzenden Wolfgang Hinze die legendären Worte: „Es tut sich was in unserem Verein. Kein anderer Verein in Werder, den ich kenne – und ich kenne viele – kann so ein aktives Vereinsleben aufweisen. Und darauf bin ich stolz!“ Dies fasst all die Aufzählungen zu Vereinsaktivitäten der vorangegangenen Jahre vortrefflich zusammen – diese Worte werden auch für die folgenden Jahre des Vereins Bestand haben dürfen. Auf der Jahreshauptversammlung am 07.12.2013 wird der langjährige 1. Vorsitzender Wolfgang Hinze zum Ehrenmitglied ernannt. Der Laudator Stefan Gmeiner stellt fest, dass Sportfreund Hinze seit 1981 Mitglied und 1990 Vorsitzender des Vereins ist. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Verein, insbesondere in einer Phase des Umbruchs 1990/1991, weiterhin existiert. Neben dem politischen Umbruch ging zu jener Zeit zudem das Vereinsgelände verloren und die Gaststätte Anglerheim wurde durch Brandstiftung zerstört. Unter anerkennendem Beifall der Hauptversammlung wird feierlich die Urkunde übergeben. 

 

Die Jahre 2013 und 2014 waren von der Überarbeitung der Vereinssatzung und Gebührenordnung sowie dem Beginn der Planung zum Neubau der Steganlage geprägt. Höhepunkt dann in 2014 mit dem Beginn des Neubaus der Steganlag durch die Firma Friedrich Wasserbau und Umbauten - Werder/Havel OT Töplitz. Unser vereinsinterner Bauleiter ist Lutz Herfurth. Voraus gingen umfangreiche Bemühungen wie Schriftverkehre mit der Unteren Wasserbehörde des Landkreises, dem Wasser- und Schifffahrtsamt Brandenburg, einer Vollmacht vom Stadtsportbund zur Erstellung eines Bauantrages, der Einholung von Kostenvergleichen verschiedener Baufirmen, einer amtlichen Baugrunderkundung, Erarbeitung der Finanzierung und Einbindung der Vereinsmitglieder über das Gesamtvorhaben und Aufklärung der Kosten, die auf jeden zukommen werden. So kann die neue Steganlage auf Grundlage des Nutzungsvertrages Nr. 1073 PHv von 2004, Nachtrag 2010, mit insgesamt 60 Liegeplätzen von den Vereinsmitgliedern ab Juni 2015 in Betrieb genommen/ genutzt werden. Neben dem Vorstand, der den organisatorischen Rahmen erarbeitet, sind Lutz Herfurth, Dennis Rohrschneider, Peter Tappenbeck, Peter Hinze und für die Fertigstellung der Anbindung des Weges an den Steg die Firma IKW exemplarisch zu nennen. Immer tatkräftig zur Seite stehen viele engagierte Vereinsmitglieder. In logischer Folge wird 2015 in „Sonderaktion“ u.a. der Bereich der Slipanlage neu aufgebaut.

Das Vereinsgelände verdankt seinen gepflegten Eindruck zum einen den schon oftmals hier erwähnten fleißigen Vereinsmitgliedern, aber auch immer wieder einzelnen, wie zum Beispiel Olaf Dolling, der die Bepflanzung bereitstellt, oder insbesondere auch der Firma IKW, die neben vielen Materialspenden u.a. für die notwendigen Baumpflegemaßnahmen im Blick hat.

 

2018 ist in zweierlei Hinsicht ein herauszuhebendes Vereinsjahr. In diesem Jahr wird der Ortsanglerverein 70 Jahre. Der Verein blickt auf eine bewegte, in einigen Phasen sogar kritische Zeit zurück. Markant war und ist die stets hohe Mitgliederanzahl, das Bemühen aller, sich einzubringen, und eine engagierte, kontinuierliche Vorstandarbeit. Was folgerichtig zum zweiten bemerkenswerten Aspekt führt. Vorstandsvorsitzender Wolfgang Hinze verlässt nach insgesamt 28 Jahren als erster Vorsitzender die Vorstandschaft, denn 2018 ist Wahljahr, er möchte sein Ehrenamt niederlegen. Die Ehrung seiner Arbeit spiegelt sich in der Laudatio und seiner anschließenden Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Vereines wider. Zurecht blickt er stolz auf seine Vorstandsarbeit im Verein zurück und endet seine Vorstandschaft mit den Worten: „Ich bleibe dem Verein natürlich erhalten!“ 

Die Mitgliederversammlung wählt in diesem Jahr Stefan Gmeiner einstimmig zum neuen ersten Vorsitzenden.

Ein großer Kraftakt ist 2019 die Erwirkung der Verlängerung der wasserrechtlichen Genehmigung für unsere Steganlage, welche 2017 abgelaufen war. Es müssen diverse Unterlagen aufgebracht werden und in 6-facher Ausfertigung vorgelegt werden. Die Genehmigung wird erteilt und läuft am 29.08.2034 aus.

In der Jahreshauptversammlung wird durch den ersten Vorsitzenden erneut die Jugendarbeit als ein wichtiges Thema angesprochen. Er richtet einen Appell an die Vereinsmitglieder, dass sich doch jemand diesbezüglich engagieren möge. Dieser Aufruf sollte am 12.08.2020 Gehör finden. Der Sportsfreund Gordon Rosch übernimmt die Funktion des Jugendwartes. Hier finden sich schnell Mitglieder, die ihn unterstützen. 

Aufgrund sich immer wieder ändernder Eindämmungsmaßnahmen aufgrund des SARS-CoV-2-Virus und COVID-19 im Land Brandenburg müssen einzelne Veranstaltung der Jahrespläne 2020 und 2021 immer wieder auf Durchführbarkeit überprüft und angepasst werden. Vieles muss sogar gestrichen werden. Glücklicherweise haben die Eindämmungsmaßnahmen auf das Angeln selbst, das weitgehend auf Distanz und vor allem im Freien ausgeübt wird, nicht derart restriktive Auswirkungen, wie für andere Sportarten. Angelvorhaben, wie die Hege-, Barsch-, Raubfisch- und Vergleichsangeln, können unter den jeweils geltenden Auflagen durchgeführt werden. Auf dem Vereinsgelände kann auch das Großprojekt, der Carportbau inklusive der Stahlseilwinde, die zuletzt ein solides Betonfundament erhält, durchgeführt werden.

 

© Ortsangelerverein Werder (Havel) e.V. 2023

 
 
 

Fischereiordnung des Landes Brandenburg (BbgFischO)

Schonzeiten - Mindestmaße

in Anlage