Gründung des Anglervereins

 

Die Gründungsversammlung der Angelsektion Werder/Havel fand am 28.12.1948 unter Vorsitz des 1. Vorsitzenden des FDGB Ortsvorstandes Werder/H. Herrn Herbert Krispin statt.

28 interessierte Angler hatten sich zusammengefunden um eine Angelsparte innerhalb der Sportgemeinschaft „Vorwärts“ Werder/H. zu gründen und den 1. Vorstand zu wählen.

 

Sportfreund Karl Küster wurde einstimmig zum 1. Vorsitzenden der Sparte gewählt.

 

Aus folgenden Sportfreunden setzte sich der erste Vorstand zusammen:

 

Fritz Menz             Willi Boras

Wilhelm Görlitz     Curt Olscheowski

Albert Mohr           Herbert Krispin

 

Vereinsgeschichte (1)

 

Von Anfang an wurden Angelwettbewerbe zur gemeinsamen sportlichen Betätigung und Festigung des Vereinslebens organisiert. Die Anglersektion fand in der Stadt Werder/H. starken Zuspruch, so dass sich immer mehr interessierte Angler der Sparte angeschlossen.

 

Für die Ausübung des Angelsportes war neben dem Erlaubnisschein zum Fischfang (Angelkarte) auch der Fischereischein erforderlich.

 

Die Angelsektion unter Vorsitz des Sportfreundes Karl Küster besteht 1951 aus über 200 Sportanglern.

Im April 1951 wird vom Kommunalwirtschaftsunternehmen der Stadt Werder/H. der ungebaute Teil des eingezäunten Grundstücks Adolf-Damschke-Str.1 gepachtet.

 

Die Pachtdauer beträgt 10 Jahre, der jährliche Pachtzins 240,- DM.

Weiterhin sind jährlich 10, - DM Wassernutzungsentgelt zu entrichten.

Zur Errichtung eines Geräteschuppens fehlen der Angelsektion die Mittel, deshalb bittet der Vorstand die Landessektion der Angler um Unterstützung.

Die Sektion der Angler Land Brandenburg und Groß-Berlin gibt ein unverzinsliches Darlehen von 1500,- DM für 3 Jahre. Dafür tritt die Landessektion anstelle der Anglersektion Werder/H. als Pächter in den Pachtvertrag mit der Kommunalwirtschaftsunternehmen der Stadt Werder/H. ein.

 

Bereits im Jahre 1952 verpachtete die Grundstücksverwaltung des Rates der Stadt Werder/H., die selbst Pächter des Grundstücks Lehmgrübner’s Erben ist, das 3.202 m² große Wassergrundstück nebst Gebäude an die Landessektion der Angler Land Brandenburg und Groß-Berlin. Auf dem Gelände befindet sich auch die Tischlerei des Tischlers Lange, die noch im gleichen Jahr von den Anglern zur Gaststätte umgebaut wird. Der Pachtzins für das Grundstück nebst Gebäude beträgt jährlich 555,- DM.

 

Der Pachtvertrag wird zunächst bis zum Jahre 1963 abgeschlossen und verlängert sich ohne Kündigung jährlich. Die Gebäude auf dem Grundstück gehören der Grundstücksverwaltung und sind somit Volkseigentum. Die Landessektion der Angler setzt die Angelsektion Werder/H. als ordentlichen Pächter ein.

 

Von den Sportanglern wird ein Eigenleistung das Gelände hergerichtet, neu eingefriedet und die Uferbefestigung gebaut, somit gemeinsam mit dem Landesverband die Gaststätte „Anglerheim“ fertig gestellt und an die Eheleute Eugen und Helene Leschlke verpachtet.

 

Aktennotiz des Landesverbandes der Angler vom 6.5.1952 (Abschrift)

 

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Wir sind Pächter des Bootsplatzes der Sektion Werder/H.

Auf diesem Platz befindet sich ein Haus mit einem wunderbaren Lokalraum.

Eine Konzession war hier immer vorhanden. Selbige ist wieder beantragt und vom Rad des Kreises genehmigt worden.

 

Zur besseren Ausgestaltung des Lokals benötigen wir hier einen Ausschanktisch. Die Brauerei hat in Brandenburg uns einen derartigen Tisch zum Kauf angeboten zum Preis von 1500,- DM, allerdings ohne Zubehör.

 

Am Sonnabend, dem 3.5.1952 war es mir möglich, einen Schanktisch zu besichtigen. Selbiger ist Nickelblech-Verarbeitung.

Als Zubehör sind noch vorhanden:

3 Faßstecker

2 Manometer für Kohlesäureflaschen

   die gesamte Bierschlange und Kohlesäureleitung

   Be- und Entwässerungsleitung und dazu

1 Regal von ca. 1,60 m Breite

 

Dieses alles sollte 2000,- DM kosten.

 

Nach Verhandlung ist es mir gelungen, alles zu einem Preis von 1600,- DM zu erstehen.

Damit uns dieses Objekt nicht verlustig geht, habe ich sofort zugefasst und 200,- DM angezahlt.

Der Schanktisch ist am gleichen Tage in unserem Lokal aufgestellt worden.

Ich schlage deshalb vor, wir schließen mit dem Ökonom einen Pachtvertrag für das Lokal ab wonach er monatlich 100,- DM Pacht zu zahlen hat. Diese Pacht wird solange von uns kassiert, bis die verausgelagten Gelder eingenommen sind.

 

Potsdam, den 6. Mai 1952                                      

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Im Jahre 1954 wird der Deutsche Anglerverband (DAV) als eigenständige

Sportorganisation gegründet.

Aus der Sektion der Angler Werder/H. wird die Ortsgruppe Werder/H. des DAV. Die Pachtverträge bleiben davon unberührt.

Am 14.10.1954 erlässt die Regierung der DDR die Verordnung zur Förderung des Angelsportes. Darin ist u.a. geregelt, dass volkseigene Einrichtungen, die dem Angelsport dienen, dem DAV unentgeltlich zu überlassen sind.

Am 19.01 1956 werden auf Grund des Ratsbeschusses 288/55 des Rates der Stadt Werder/H. die Gebäude auf dem Vereinsgelände in die Rechtsträgerschaft des DAV, Zentralleitung der Bezirke Potsdam-Frankfurt/O.- Cottbus überführt. Der Bruttowert der Baulichkeiten lt. Übergangsprotokoll 9120,- DM.

 

Der Grund und Boden des Vereinsgeländes bleibt weiterhin in Pacht, dem Erwerb oder der grundbuchlichen Eintragung eines Vorkaufsrechtes wird von der Grundstücksverwaltung der Erben nicht zugestimmt. Damit sind größere bauliche Investitionen nicht durchführbar, da die Finanzierung nicht möglich wird.

So scheitern auch vorgesehene Bauvorhaben, wie der Ausbau eines Schuppens zu einer 2- Zimmerwohnung.

Eine im Jahr 1955 errichtete Steganlage, 5m Feststeg mit anschließendem 4m Schwimmsteg wird vom Wasserstraßenamt Brandenburg nicht genehmigt und muss wieder entfernt werden.

 

In den fünfziger und sechziger Jahren war das Angelheim der Mittelpunkt des kulturellen und sportlichen Vereinslebens.

Bis zum 31.12.1957 wird es vom Pächter Eugen Leschke bewirtschaftet. Der monatliche Pachtpreis betrug zunächst 40,- DM und ab 1955 80,- DM.

In den folgenden Jahren wechseln die Pächter mehrmals, bis 1960 ein Mietvertrag zwischen der Ortsgruppe Werder/H. und der Konsumgenossenschaft Werder-Fahrland abgeschlossen wird, der Pachtzins blieb bei monatlich 80,- DM.

Die finanzielle Lage der Ortsgruppe ist in diesen Jahren kritisch. Notwendige Anschaffungen und Instandhaltungsmaßnahmen müssen aus eigenen Mitteln bestritten werden, so z.B. mussten 1967 für 1800,-M Jalousien an den Fenstern des Anglerheims zum Einbruchs- und Wärmeschutz angebracht werden. Zahlreiche Leistungen wurden deshalb in Eigenleistung der Sportfreunde durchgeführt, um die finanziellen Aufwendungen gering zu halten. Trotzdem war 1964 auf dem Konto Anglerheim ein Minus von

44,65 Mark (MDN) zu verzeichnen.

Die schlechte finanzielle Lage führte dazu, dass der Ortgruppe auf Antrag die Grundsteuern in Höhe von 318,- Mark vom Rat der Stadt Werder/H. ab 1964 erlassen wurden.

 

Die Mitgliederzahlen schwanken in den fünfziger und sechziger Jahren geringfügig.

Durchschnittlich hat die Ortsgruppe etwas über 200 Mitglieder, der Höhepunkt wird im Jahre 1966 mit 309 Mitgliedern erreicht.

 

Die monatlichen Mitgliederversammlungen und die sportlichen Angelwettbewerbe finden ein reges Interesse. So tragen die Vorträge von Sportfreund Paul Müller, dem langjährigen 2. Vorsitzenden, zur Bereicherung des Wissens über die Natur, den Landschaftsschutz und das sportliche Angeln bei.

260 Vorträge hielt Sportfreund. Paul Müller in den Mitgliederversammlungen unserer Ortsgruppe und in der Jugendgruppe. Alle wurden von ihm persönlich ausgearbeitet. Am 20 10. 1975 stiftet er der Ortsgruppe 42 handgeschriebene Vorträge, darunter solch interessante wie „Hans, mein Aal“ und „Der Wels vom Glindower See“.

Für seine Verdienste um den Angelsport wurde Sportfreund Paul Müller mit der Ehrennadel des DAV in Gold ausgezeichnet.

 

Die Sportwarte leisteten eine umfangreiche organisatorische Arbeit, um die Jahresmeister im Friedfischangeln zu ermitteln. Stellvertretend sollten an dieser Stelle folgende Sportwarte genannt werden:

1959 Spfr. Herbert Etzenberg

1960 Spfr. Herbert Teuchert

1962 Spfr. Karl Küster

1965 Spfr. Kurt Schmidt

1968/69 beträgt die Mitgliedsstärke 235.

Sportfreund Fritz Menz wird 1968 und Sportfreund Wolfgang Schröter wird 1969 Jahresmeister im Friedfischangeln.

 

Im Jahre 1968, dem 20 Jahr des Bestehens der Ortsgruppe, werden in einer Feierstunde im Anglerheim vom 1. Vorsitzenden Sportfreund Paul Freitag

Die verbliebenen Mitbegründer der Ortsgruppe mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet.

 

In seiner Festrede zeichnete Sportsfreund Paul Freitag den erfolgreichen Weg der Ortsgruppe mit Stolz auf, vieles konnte in den 20 Jahren geschaffen werden. Im gleichen Jahr wurde die Schuppenruine auf dem Vereinsgelände zum Jugendheim, mit Bastel- und Versammlungsraum im Gesamtwert von 8.700, -M umgebaut.

 

Das Anglerheim bleibt finanzielles Sorgenkind der Ortsgruppe. Die eingenommene Pacht deckt nicht die Kosten zur Instandhaltung.

Gaststättenleiter nach der Vermietung an die Konsumgenossenschaft sind u.a. Frau Malecki, Herr Fröhlich und Frau Höhne.

 

1969 wird das Anglerheim durch den Rat des Kreises, Abteilung Bauwesen, auf Grund der unzulässigen Toilettenanlage geschlossen.

Die Ortsgruppe als Rechtsträger erhält die Auflage in den nächsten 2 Monaten eine neue Toilettenanlage zu errichten.

Der 1. Vorsitzende Paul Freitag erreicht in Zusammenarbeit mit dem Rat der Stadt Werder/H., dass nach einer Notreparatur die Gaststätte wieder geöffnet werden darf.

Die Forderung des Rat des Kreises, einen Toilettenneubau zu errichten, bleibt bestehen und werden durch den Mieter, die Konsumgenossenschaft unterstützt.

Die Kosten werden mit 15.000, - M veranschlagt.

Da die Mittel durch die Ortsgruppe nicht aufgebracht werden können und weitere Instandhaltungsmaßnahmen in den nächsten Jahren anfallen werden, stimmte der Vorstand einem Rechtsträgerwechsel zu.

Auszug aus dem Protokoll der Vorstandssitzung vom 30.10.1970

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Eine Übernahme des Gaststättenbetriebes durch die Ortsgruppe kann und wird nicht erfolgen. Aus finanzieller Hinsicht ist dies gar nicht möglich; schon jetzt decken die Einnahmen der Verpachtung an den KONSUM nicht die erforderlichen Reparaturen. Wir müssen bedenken, daß das Gebäude des Anglerheims schon einige Jahrzehnte besteht. Allein die Neuerstellung der Deckenkonstruktion und des Belages würden uns vor Probleme stellen, die wir aus Ortsgruppenmittel nicht bewältigen können.

In der Diskussion zu den Ausführungen des Spfr. Freitag waren sich die Sportsfreunde geschlossen einig, da? Wir kaum die Unterhaltung des Anglerheims aus finanzieller Hinsicht als Treuhänder und Nutznießer des DAV/BFA Potsdam auf die Dauer erfüllen werden können. Eine Übernahme einer Schuldlast von 15.000,-M für die Erstellung eines Toilettenneubaus kann das Vorstandskollektiv nicht folgen.

 

Spfr. Freitag zieht Bilanz und unterbreitet dem Kollektiv folgenden Vorschlag:

Sofort nimmt der geschäftsführende Vorstand mit dem Rat und dem KONSUM Verhandlungen auf und unterbreitet folgenden Vorschlag der OG Werder/H. des DAV, dass wir bereit sind, unseren Bootsschuppen auf dem Gelände abzubauen und dem KONSUM diesen Platz zur Erstellung des Toilettenneubaus anzubieten. Als Gegenleistung wird uns der Rat und der KONSUM behilflich sein Unterstützung zu geben, einen neuen Bootsschuppen in Höhe des Bootsslips zu erstellen.

Im weiteren Verkaufsverhandlungen zu führen in den Grenzen des Zaunes um das Anglerheim.

Dieser Vorschlag wurde mit 8 : 3 Stimmen angenommen.

DDR beraten und beschlossen. Der VI. Verbandstag hat neue Maßstäbe als Beitrag des DAV für die Entwicklung von Körperkultur und Sport

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Am 26.06.1972 wird das Anglerheim durch den BFA des DAV an die Konsumgenossenschaft Potsdam-Land übergeben.

Der Ortsgruppe wird vertraglich das Versammlungsvorrecht eingeräumt. 1973 wird eine Fläche um das Anglerheim von ca. 690 m² vom Vereinsgelände abgetrennt und an die Konsumgenossenschaft unterverpachtet.

Trotzdem sind noch weitere 4 Jahre vergangen, bis die Konsumgenossenschaft die Umbauten am Anglerheim einschließlich neuer Toiletten in Angriff nahm.

 

So wurde die Gaststätte am 28.01.1976 von der Kreis-Hygiene-Inspektion erneut geschlossen und konnte erst im Juli 1977 wieder eröffnet werden.

Während dieser Zeit fanden die Mitgliederversammlungen im Braustübel in der Brandenburger Straße statt.

 

In den 70/80-iger Jahren bestimmt die Führung des sozialistischen Wettbewerbs wesentlich die spezifische Arbeit und das Ortsgruppenleben.

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Deutscher Anglerverband

         der DDR

     KFA-Potsdam-Land

 

W e t t b e w e r b s f ü h r u n g 1 9 7 5

 

Vorwort

 

Zur Verwirklichung der Beschlüsse des VIII. Parteitags der SED und des Plenums des ZK der SED, sowie des Bundesvorstandes des FDGB und des Präsidiums des DAV der DDR wurde auf dem VI. Verbandstag des DAV die Aufgabe zur weiteren Entwicklung des Angelsports in der gesetzt, die eine höhere Qualität in der Führung und Organisation des Wettbewerbes verlangt.

Das Jahr 1975, in dem sich am 08. Mai zum 30. Male der Tag jährt, an dem die Sowjetunion und ihre Verbündeten den Sieg über den Faschismus errangen, soll uns besonderer Anlass geben im gesellschaftlichen und sportlichen Leben hohe Leistungen im Wettbewerb zu erreichen.

Das Grundanliegen des sozialistischen Wettbewerbs in den Orts- und Betriebsgruppen besteht darin, die schöpferische Initiative und Mitverantwortung jedes Mitgliedes des DAV der DDR für die Erfüllung der Aufgaben von Körperkultur und Sport zu entwickeln.

Die Wettbewerbsführung und ihre Auswertung ist auf folgende Hauptaufgaben zu richten.

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Innerhalb des Kreisausschusses des DAV (KFA) wurden durch die Wettbewerbskommission die Ergebnisse und Leistungen der Vereine bewertet und jährlich eine Platzierung vorgenommen. Die besten Vereine wurden prämiert, auch die Anzahl der Angelkarten war mit vom Wettbewerbplatz abhängig.

Die Ortsgruppe Werder/H. belegte z.B. 1975 den 26. Platz von 43 Orts- und Betriebsgruppen. Für vordere Plätze im Wettbewerb fehlten unserer Gruppe Punkte, u. a. in der sportlichen Arbeit, wie die Teilnahme an den Kreis- und Bezirksmeisterschaften im sportlichen Angeln oder die Ablegung des Sportabzeichens.

Durch die guten Leistungen der Jugendgruppe unter Leitung des Spfr. Gerhard Kirchert und die vorbildliche Finanzwirtschaft des Hauptkassierers Spfr. Detlef Ehrlich gelang es in diesen Jahren trotzdem immer Mittelfeld der Wettbewerbsauswertung zu verbleiben. Dies war vor allem für den Erhalt von Angelberechtigungen für Produktionsgewässer notwendig. Die Ausgabe von derartigen Angelkarten wurde immer weiter beschränkt, so dass zahlreiche Angler keine Angelberechtigung erwerben konnten oder nur zugewiesene Teilstrecken erhielten. Eine Raubfischkarte für Produktionsgewässer konnte meist nur an 10% der Angler vergeben werden.

1975 erhielt unsere Ortsgruppe für 210 Mitglieder

130 Vollzahlerkarten

35 Halbzahlerkarten

15 Raufischkarten, davon 8 Havel-, 4 Glindower See- und

3 Zernseekarten

11 Turnierkarten

 

Von diesen Karten erhielten die 19 Jugendlichen 8 Halbzahlerkarten und 11 Turnierkarten. Zur gerechten Vergabe der Angelberechtigungen wurde eine Angelkartenkommission in den Ortsgruppen gebildet.

Raubfischkarten bekamen nur die aktivsten Sportfreunde, es mussten hierfür Anträge gestellt werden.

 

Im Friedfischangeln um die Ortsgruppenmeisterschaft werden drei bis vier Angelwettbewerbe durchgeführt, zu jedem wurde ein Wettkampfgericht aufgestellt. Die Beteiligung bei den einzelnen Wettkämpfen schwankte zwischen 30 und 50 Teilnehmern. Die besten 5 Sportfreunde nahmen an der Vorrunde zur Kreismeisterschaft teil.

 

Die Sportwarte in den 70/80-iger Jahren:

 

Sportfreund Franz Mauthe

Sportfreund Fritz Baumgarten

Sportfreund Rudi Ossa

 

Die Heim- und Geländewarte, gleichzeitig Grundmittelverwalter waren:

 

1970  Sportfreund Karl Küster

1976  Sportfreund Rüdiger Foner

1979  Sportfreund Gerhard Fritz

 

Vereinsgeschichte (2)

Zwei Ortsgruppenmeister der 70/80-iger Jahre, die mehrmals den Titel errangen waren:

         Sportfreund Wolfgang Schröter  1970,  1974

         Sportfreund Gerhard Kirchert      1972,  1980

 

Nach dem das Anglerheim 1972 durch den Rechtsträgerwechsel an die Konsumgenossenschaft nicht mehr von der Ortsgruppe unterhalten werden musste, verbesserte sich auch unsere finanzielle Situation. Zahlreiche Anschaffungen und werterhaltende Maßnahmen konnten durchgeführt werden.

1984 wurden für die Kahnstände 40 Stück 8,00 m lange Eisenrohre angeschafft und im Winter durch das Eis getrieben. Jeder Kahnstandinhaber zahlte 50,--M dazu.

1987 wurde das Dach des Bootsschuppens unter Leitung des Dachdeckermeisters Gerhard Große komplett erneuert.

Es wurden Geräte und Werkzeuge neu angeschafft und 1989 zwei überdachte Sitzgruppen gekauft. Auch ein Vereinskahn und der Bungalow wurden 1989/90 angeschafft.

Am 05.August 1989 wurde erstmals wieder nach 24 Jahren ein öffentliches Anglerfest auf dem Vereinsgelände organisiert. Einbezogen war die Gaststätte Anglerheim, die von Familie Gabrecht bewirtschaftet wurde. Während sich vormittags die Kinder bei Sport und Spiel vergnügten, hatten nachmittags und abends unsere Sportfreunde und die Gäste zahlreiche Betätigungsmöglichkeiten. Auch das Tanzbein wurde geschwungen. Die rege Beteiligung und die gute Resonanz veranlassten den Vorstand wieder jährlich ein Anglervergnügen durchzuführen.

 

Die politische Wende in der DDR und die Wiedervereinigung 1990 stellten die weitere Existenz der Ortsgruppe mehrmals in Frage. Über 50 Sportfreunde erklärten 1990/91 ihren Austritt und das Vereinsgelände wurde von einer Immobilienfirma aufgekauft.

Ein schwerer Schlag für die Ortsgruppe war auch die Zerstörung der Gaststätte Anglerheim durch Brandstiftung am 10.01.1991.

 

Nur dem engagierten Wirken und vereinten Auftreten des geschäftsführenden Vorstandes 1990/91 ist es zu verdanken, dass die Ortsgruppe weiter bestand. Der Vorstand bereitete die Umbenennung, Anmeldung als gemeinnütziger Sportverein und die Vereinssatzung vor.

Auf der Jahreshaupt- und Wahlversammlung am 30.11.1991 wurde die Vereinssatzung einstimmig beschlossen und die Umbenennung in Ortsanglerverein Werder / Havel e.V. vorgenommen. Unter der Vereinsregisternummer VR 914 sind beim Kreisgericht Potsdam im Vereinsregister eingetragen.

 

Der Vorstand des Ortsanglerverein Werder/H. e.V. stellte sich von Anfang an das Ziel, allen interessierten Anglern, ob Rentner, gering Verdienender, Jugendlicher oder Schüler, das Vereinsleben zu garantieren und das sportliche Angeln zu ermöglichen. Es wurde für die Aufnahme in unseren Verein keine finanziellen Bedingungen gestellt.

Innerhalb der nächsten Jahre war wieder reger Zuspruch an Mitgliedern zu verzeichnen, aus aufgelösten ehemaligen Betriebsgruppen, von Sportfreunden aus Berlin, von zugezogenen Bürgern nach Werder, sowie Schüler und Jugendlichen.

Das Vereinsleben ist vielfältig, Mitgliederversammlungen, Hegefischen, Skatturniere, Eisbeinessen und auch Fahrten zum Meeresangeln werden organisiert.

Das Fehlen des Anglerheims wirkte sich negativ auf die Atmosphäre und Teilnahme an den Mitgliederversammlungen aus. Die Versammlungen wurden entweder im zu kleinen Vorstandsraum oder im Freien durchgeführt, die Jahreshauptversammlungen fanden im Sportcasino statt.

Wenn trotzdem noch eine rege Beteiligung zu verzeichnen war, so auch durch den persönlichen Einsatz einiger Sportfreunde, wie Spfr. Waldemar Dyhr für die Getränkeversorgung, Spfr. Ilse und Horst Wistuba für den Ausschank zu den Anglerfesten, Spfr. Jürgen Schemat und Sigurd Stubbe mit ihrer Discothek und auch die Kochkünste des 1. Vorsitzenden Spfr. Wolfgang Hinze an der Feldküche.

 

Der OAV nutzte jede Gelegenheit sich in unserer Heimat zu präsentieren, Teilnahme am Festumzug zur jährlichen Baumblüte, Mitwirkung am Stadtsportfest, Aufruf zur Gewässer- und Uferbereinigung sowie durch die Öffentlichkeitsarbeit im Schaukasten und in der Lokalpresse. Unsere Sportfreunde beteiligten sich auch ab dem ersten Tag an den Arbeitseinsätzen auf dem neuem Gelände des Stadtsportbundes in der

Adolf-Damaschke-Straße. Hier entsteht ein großes Sportzentrum, wo alle Sportvereine der Stadt eine Heimat finden können. Der Vorstand des OAV schaffte so die Voraussetzungen, dass auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten der Ortsanglerverein Werder / Havel.e.V. weiter bestehen kann.

 

Über 35 Jahre wurde in unserer Ortsgruppe eine aktive und anerkannte Jugendarbeit geleistet.

Das Ziel war, interessierte Schüler und Jugendlichen eine sinnvolle und erlebnisreiche Freizeitbeschäftigung zu bieten. Von den verantwortlichen Jugendwarten und den Sportfreunden, die sie unterstützten, musste viel Freizeit dafür aufgebracht werden und oftmals wurden auch die persönlichen und familiären Belange zurückgesteckt. Besonders der Trainings- und Wettkampfbetrieb im Turnierangelsport war sehr zeitintensiv.

Den Grundstein für diese erfolgreiche Jugendarbeit in unserer Ortsgruppe legten Mitte der fünfziger Jahre die Sportfreunde Karl Pohle und Karl Küster.

 

Jugendwarte der Ortsgruppe Werder/H. e.V.

Spfr. Karl Pohle

Spfr. Siegfried Lück

Spfr. Karl-Heinz Passow

Spfr. Karl Küster

Spfr. Karl-Heinz Passow

Spfr. Walter Magdziarz

Spfr. Gerhard Kichert bis zur Auflösung der Jugendgruppe 1991

Spfr. Torsten Rütz bis zur erneuten Auflösung der Jugendgruppe

2004

 

Im Jahre 1968 wurde die Schuppenruine auf dem Vereinsgelände zu Jugendheim mit einem Bastel- und einem Versammlungsraum im Gesamtwert von 8700,--M in Eigenleistung der Sportfreunde umgebaut.

Unsere Jugendarbeit beteiligte sich in all den Jahren an den kreislichen Wettkämpfen im Friedfischangeln und Turnierangelsport. Zahlreiche Kreismeister und Spartakiadesiege und unzählige Medaillen wurden errungen.

 

Besonders erfolgreich konnte ab Mitte der siebziger Jahren die Jugendgruppe im Turnierangelsport abschneiden. Sie qualifizierte sich in einigen Turnierdisziplinen für die Teilnahme an den Bezirksmeisterschaften.

Mehrfach wurde unsere Ortsgruppe für das erfolgreiche Abschneiden unserer Schüler und Jugendlichen ausgezeichnet und in der Berichtserstattung der Presse erwähnt.

 

Die Stärke der Jugendgruppe schwankte zwischen 20 und 30 Mitgliedern.

 

In der Ortsgruppenmeisterschaft im sportlichen Angeln wurden die Schüler und Jugendlichen getrennt gewertet.

Einige Mitglieder der Jugendgruppe blieben der Ortsgruppe bis heute treu, so z.B. Sigurd Stubbe, Bernd Dyhr und Rohland Stengel, der 1972 Jahresmeister bei den Schülern und 1973 – 75 Jugendjahresmeister wurde.

 

Die Jugendarbeit in unserer Ortsgruppe wurde 20 Jahre lang ununter-brochen vom Sportfreund Gerhard Kirchert geleitet.

Er hat wesendlichen Anteil am Ansehen und an den Erfolgen, die unsere Ortsgruppe in diesen Jahren überall bekannt gemacht.

Für seine Verdienste um die Jugendarbeit, die Vorstandsarbeit und die Sportarbeit wurde er mit der Ehrennadel des DAV in Gold ausgezeichnet.

 

[Fortschreibung folgt!]

 

© Ortsangelerverein Werder (Havel) e.V. 2011

Ausstellung Bürgerstuben Werder

Vereine Werder

Fischereiordnung des Landes Brandenburg (BbgFischO)

Schonzeiten - Mindestmaße

in Anlage